Der Deutsche Reichstag Berlin

Der Deutsche Reichstag in Berlin spielte eine wichtige Rolle in der Geschichte des "Sporthauses Dubrow" und im Schaffen des Architekten Paul Baumgarten.

[Foto: Eigentum R. Saalfeld, RS: Pfingsten 1931]
[Foto: Eigentum R. Saalfeld, RS: Pfingsten 1931]

DER REICHSTAG 1931

 

Der monumentale Bau mit seinen damaligen mächtigen Ecktürmen und der kathedralartigen dominierenden Glaskuppel wurde Ende des 18. Jahrhunderts von Paul Wallot im Stil der Neorenaissance errichtet. Der Versammlungsort des Parlaments gab dem demokratischen Volkswillen eine bauliche Entsprechung im Deutschen Kaiserreich und der Weimarer Republik.

[Foto: Bild BA 146-1977-148-19A/unknown/CC-BY-SA30, gemeinfrei]
[Foto: Bild BA 146-1977-148-19A/unknown/CC-BY-SA30, gemeinfrei]
[AK: Der ausgebrannte Reichstag. Verlag Rudolf Pracht/Berlin W 35. Archiv R. Saalfeld]
[AK: Der ausgebrannte Reichstag. Verlag Rudolf Pracht/Berlin W 35. Archiv R. Saalfeld]

DER REICHSTAGSBRAND 1933

 

Dem Reichstagsbrand am 28. Februar 1933 folgte die "Notverordnung zum Schutz von Volk und Heimat" durch das Reichskabinett der Weimarer Republik. Das Gesetz gab den juristischen Weg frei zur Verfolgung politischer Gegner, insbesondere von Kommunisten, durch Polizei und SA.

 

Am 13. März 1933 wurde das von der kommunistischen Fichte-Jugend betriebene "Sporthaus Dubrow" durch die örtliche Polizeibehörde Gräbendorf und der SA Storkow durchsucht, beschlagnahmt und besetzt.

 


[Foto: R. Saalfeld, 2017, panoramafrei]
[Foto: R. Saalfeld, 2017, panoramafrei]

DER WIEDERAUFBAU

 

Paul Baumgarten wurde nach einem Wettbewerbserfolg mit der Wiederherstellung der Kriegsruine des Reichstages beauftragt. In den Jahren 1961 - 1973 schuf er eine schlichte Rekonstruktion, die besonders im inneren Gefüge zum Ausdruck kam. Der Zeitgeist verlangte eine unbelastete weitgehend symbolarme Formensprache, die u.a. mit dem Verzicht der Wiedererrichtung der Kuppel  geschuldet wurde.

 

 

Die Architektur der Nachkriegszeit musste nach der Wiedervereinigung beider Deutscher Staaten einem Wettbewerbserfolg des britischen Architekten Norman Forster Platz machen, der eine Kuppel vehement ablehnte. Erst der Ältestenrat musste den Stararchitekten von seinem Plan des begehbaren Flachdachs abbringen. Jetzt ziert wieder eine Kuppel als identitätsstiftender Ausdruck parlamentarischer Demokratie das Parlamentsgebäude. Die aktuelle "High Tech" Variante des Wallot Monuments lässt jedoch einen kollegialen Hinweis in Wort oder Bild auf die seinerzeit angemessene Architektursprache von Paul Baumgarten vermissen.